Auch dieses Jahr haben MUNS-Mitglieder an der NMUN in New York City teilgenommen. Drei der Delegierten schildern ihre Eindrücke:

Die diesjährige MUNS-Delegation bei der NMUN in NYC

„There is hope – you“

Am Anfang dieser lehrreichen Erfahrung waren wir 10 Fremde, die jedoch im Laufe der Zeit zu sehr guten Freunden wurden. Dank der National Model United Nations Konferenz hatten wir die Möglichkeit Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen, unseren Horizont zu erweitern, unsere eigenen Fähigkeiten zu verbessern und die atemberaubende Metropole New York zu erkunden.

Im Laufe der Vorbereitung, die bereits am Anfang des Semesters begann, wurden wir in die Rhetorik und die Regeln der Konferenz eingeführt. So wurde sonntags 5-6 Stunden lang eine Konferenz zu verschiedenen Themen der jeweiligen Commitees simuliert, sodass wir den Ablauf am Ende der Vorbereitungszeit beherrschten. Parallel hierzu wurde an den position papers gearbeitet, die jeder Delegate anfertigen musste, um die Position unseres Landes, Georgien, zu den jeweiligen Themen der Committees, auf Papier zu bringen. Im Januar hatten wir zudem das Glück, die UN-Vertretung in Bonn zu besichtigen und einen Vortrag über die Arbeit und Funktionen der Vereinten Nationen sowie deren spezifisches Handeln im Südsudan zu hören.

Als es dann Mitte März endlich nach New York ging waren alle schon sehr gespannt den im Big Apple zwei ereignisreiche Woche zu verbringen. Die erste Woche nutzten wir um durch den Central Park zu schlendern, über die Brooklyn Bridge zu laufen, das 9/11 Memorial zu besichtigen und weitere Attraktionen der Stadt zu erkunden. Ausserdem durften wir am 26.3.15 die deutsche UN-Vertretung besuchen, die uns eine Einsicht in ihre Funktionen gewährte.
Am 29.3.15 ging es dann endlich mit der Konferenz los: Erstmal gab es eine opening ceremony, wobei unter anderem Prof. Luis Moreno-Ocampo, der beim Internationalen Gerichtshof gearbeitet hat, gesprochen hat. Im Anschluss fingen dann die committee sessions an, während dieser erstmal die Reihenfolge der Agenda topics gewählt wurde. Die nächsten drei Tage wurde dann während der formal sessions den Reden der Delegates zugehört und in den informal sessions wurden fleissig die resolutions angefertigt, was sich als gar nicht so einfach herausstellte, weil man diese so gut und umfangreich wie möglich gestalten wollte. Ich war im UNICEF-commitee und unser topic war: Prioritzing childrens’ Rights in national und international agendas. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Ländern wurde unsere „Friendship (draft) resolution“, wie sie liebevoll von unserem Chair genannt wurde, am letzten Tag während der voting procedure zu einer offiziellen Resolution gewählt.

Am letzeten Tag bestand das Highlight natürlich darin, in der GA der UN-Headquarters sein zu dürfen und während der closing ceremony H.E. Jan Eliasson, dem Deputy Secretary General, zuhören zu dürfen und Hoffnung für eine bessere Zukunft zu schöpfen, als er sagte : „There is hope – you.“. Am Abend wurde dann mit der Delegation und den restlichen Teilnehmern fröhlich gefeiert, bevor es am nächsten Tag für die meisten von uns zurück nach Europa ging.
An diese tolle Zeit werde ich mich mit besonderer Freude erinnern, weil sie mir viele neue Freundschaften geschenkt hat und meinen Wunsch später mal bei einer international tätigen Organisation zu arbeiten, gestärkt hat.

(Iris Raith)

Delegierten-Feeling in New York City

Delegierten-Feeling, eine internationale Erfahrung, Studenten aus der ganzen Welt, Herausforderungen… und das alles in der Stadt die niemals schläft: New York City! Als Teilnehmerin an der National Model United Nations 2015 (NMUN) habe ich im Committee on Population and Development (CPD) Georgien vertreten. Der gesamten Delegation aus Düsseldorf wurde dieses Land im Vorhinein zugeteilt, so dass wir uns auf dessen Repräsentation gemeinsam vorbereiten konnten. In sonntäglichen Vorbereitungstreffen von November ‘14 bis Januar ’15 haben wir in Übungskonferenzen einen Eindruck davon bekommen, was uns in New York erwarten wird. Organisatorisches, Konferenzablauf, Regeln und alle offenen Fragen konnten geklärt werden. Dabei standen uns ehemalige TeilnehmerInnen solcher UN- Simulationen unterstützend zur Seite. Neben den gemeinsamen Übungskonferenzen musste sich jede/r TeilnehmerIn noch intensiv mit 1) den politischen, historischen, ökonomischen und sozialen Fakten zu Georgien und 2) mit den vorgegebenen Themen seines Komitees beschäftigen. Ziel war es, die Positionen und Ziele Georgiens zu jedem Thema herauszuarbeiten, um als Repräsentant dann möglichst authentisch an Verhandlungen und Resolutionen innerhalb des Komitees mitwirken zu können. Genauso passend – also aus der Sicht Georgiens – sollte daher das Positionpaper geschrieben werden, das noch vor der Konferenz eingereicht werden musste. Diese Regelung finde ich sehr gut, da dadurch gewährleistet ist, dass sich alle schon vor der Konferenz wirklich intensiv mit seinen Themen und dem zu repräsentierenden Land auseinandersetzen. Außerdem werden alle Positionpaper im Internet hochgeladen, so dass schon im Vorhinein die grundsätzlichen Positionen der – aus georgischer Sicht – besonders interessanten Länder nachgelesen werden können.

Besonders spannend wurde es dann natürlich auf der Konferenz in New York – und besonders deshalb, weil es für die Meisten von uns die erste simulierte UN- Konferenz war. Ich habe viele Delegierte aus anderen Ländern kennen gelernt, die schon mehrere Jahre an der NMUN teilnehmen und somit auch sehr professionell aufgetreten sind. Trotz des großen Ehrgeizes einiger Studenten/innen (hervorgerufen durch die Praxis einzelner Universitäten, die Performance auf der Konferenz zu benoten) herrschte in meinem Komitee eine lockere und angenehme Atmosphäre. Ich habe schnell gemerkt, dass es viel Eigeninitiative bedarf, um aktiv an der Erstellung von Resolutionen teilzunehmen. Daher ist die gute thematische Vorbereitung sehr wichtig, um sich als Verhandlungspartner bei anderen Ländervertretungen überhaupt interessant zu machen und mitreden zu können. Meiner Erfahrung nach sollte viel Zeit in die persönliche Vorbereitung investieren werden, damit die Konferenz dann auch Spaß macht und man aktiv teilnehmen und mitgestalten kann.

Insgesamt war meine Teilnahme an der NMUN eine tolle Erfahrung für mich: Die gemeinsame Zeit mit der Düsseldorfer Delegation in New York war sehr schön. Die Konferenz war sehr beeindruckend und eine gute Gelegenheit, die Komplexität der Lösung internationaler Konflikte und Probleme praktisch zu erleben.“

(Sina Dorner-Müller)

Highlight General Assembly Hall

Ich bin eher zufällig als frischgebackener Jura-Erstsemester-Student auf den MUNS e.V. gestoßen und habe mich kurzentschlossen beworben. Nachdem dies geglückt ist und wir uns im Scottis für ein erstes Kennenlernen getroffen haben, ging es mit den Vorbereitungstreffen für die spätere Model UN Konferenz in New York los. Diese Treffen fanden an sechs Sonntagen im Wintersemester statt. In eher familiärer Runde von bis zu 12 Teilnehmern probten wir in entspannter Atmosphäre die Vorgehensweisen und (Verhaltens-) Regeln, die bei simulierten UN Sitzungen erheblich sind, sowohl theoretisch als auch in praktisch in Mini-Konferenzen. Hier fiel es mir zunächst schwer mich komplett darauf einzulassen, mich in die Rolle eines UN Abgeordneten zu versetzen. Beispielsweise erschien mir der Dresscode befremdlich. Mit Blick auf die spätere Konferenz war die strikte Durchsetzung der Simulationsregeln aber auch im kleinen Rahmen sinnvoll. Mit Beginn des neuen Jahres sollte man sich dann auch mit der Vorbereitung des Position Papers, in welchem man die Standpunkte des Landes, das man auf der Konferenz vertreten würde, bezüglich der Themen, die das Komitee, welches man sich ausgesucht hat, auf der Konferenz diskutieren würde, aufführt, beschäftigen. Die Recherche für eben jenes Position Paper sollte man nicht zu kurz kommen lassen, ansonsten ist man in der Konferenz kein interessanter Gesprächspartner und gelangt schnell ins Abseits.

Mitte März ging es dann auf nach New York. Der Großteil der anderen Teilnehmer aus Düsseldorf und ich reiste bereits fünf Tage vor Konferenzbeginn an, um noch was von der Stadt mitnehmen zu können. Das Sheraton Hotel, welches die Konferenzen beherbergte, war dafür auch optimal geeignet. Lediglich knapp 500 Meter vom ikonischen Times Square entfernt, konnte man Manhattan fußläufig erschließen. Das haben wir dann auch gemeinsam getan. Außerdem haben wir eine Tagesreise nach Washington D.C. unternommen, die ein sehr schönes und interessantes Kontrastprogramm zu den beeindruckenden Häuserschluchten New Yorks bot. Auch das New Yorker Nachtleben durften wir kennenlernen. Zudem empfing uns die deutsche UN Vertretung. Es war sehr angenehm diese Erfahrungen mit den Leuten zu teilen, mit denen man sich auf die Konferenz vorbereitet hat. Als diese dann startete, fühlte ich mich trotz der umfangreichen Vorbereitung zunächst etwas überfordert. Die Studenten vor Ort waren extrem engagiert und motiviert und die meisten Anwesenden hatten bereits an mehreren Konferenzen teilgenommen. Wie bereits erwähnt ist eine umfassende Vorbereitung daher essentiell um sich einbringen zu können und möglichst viel mitzunehmen. Trotz dieser anfänglichen Überforderung war die Konferenz sehr lehrreich und interessant. Man lernt viel über die Struktur und den Konsensfindungs-Prozess der UN. Außerdem verbessert man seine Englisch Kenntnisse. Ein Highlight war, dass wir am letzten Konferenz Tag die in den vorherigen Tagen ausgearbeiteten Resolutionen im UN Hauptversammlungssaal verabschiedeten und der UN Vize-Generalsekretär die Abschlussrede zu uns hielt.

Alles in allem bin ich sehr froh an der NMUN 2015 teilgenommen zu haben. Ich habe spannende Eindrücke sowohl von der Stadt New York, als auch vom Innenleben der UN gewonnen und kann mir gut vorstellen, noch einmal an einer Model UN Konferenz teilzunehmen.

(Andreas Rübo)